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Quelle: Herrpfleger.de
Kopflos dem Pflegenotstand begegnen

Geschrieben am 9. Februar 2011
Unglaublich, was momentan in der Politik bezüglich dem Fachkräftemangel in der Pflege los ist.

Vor ungefähr einem Jahr hieß es noch von der damaligen Gesundheitsministerin Ulla Schmidt:
Nur wenn wir es schaffen, die Attraktivität des Pflegeberufs zu sichern, wird es auch künftig den dringend nötigen Pflegekräftenachwuchs geben.
Link zum Artikel beim Ärzteblatt

Und der amtierende Gesundheitsminister Philip Rösler sagte im Dezember 2010, dass das Jahr 2011 zum Pflegejahr wird.

2011 ist nun angelaufen und die ersten Ideen der Politiker werden bekannt und über diese kann man nur den Kopf schütteln!

So äußert sich unsere Bundesfamilienministerin Kristina Schröder von der CDU folglich zum Pflegekräftemangel:
Wir wollen die Pflege als Beruf attraktiver machen und Bewerbern ein breiteres Tätigkeitsfeld und mehr Wechselmöglichkeiten eröffnen.

Und als weitere Idee schlägt sie dann folgendes vor:
„Gerade solche aus bildungsfernen Schichten, die wegen schlechter Zeugnisse den Einstieg nicht geschafft hätten“, könnten in Pflegeberufen unterkommen, sagte Schröder. Wer sich als Pflegehelfer bewähre, solle künftig „unabhängig von den Schulnoten die Chance erhalten, sich zum Altenpfleger weiterbilden zu lassen“.

Welche Vorstellung vom Pflegeberuf haben die Politiker eigentlich? Sieht die Erhöhung und Sicherung der Attraktivität des Pflegeberufs aus politischer Sicht so aus, dass dort einfach jeder genommen wird?

Anrechnen muss man Frau Schröder jedoch, dass sie wenigstens für eine “Weiterbildung” ist und nicht wie ihr Kollege Harry Glawe (Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion Mecklenburg-Vorpommern) nur noch auf “learning by doing” baut. Herr Glawe ist der Meinung, dass eine 10 jährige Praxiserfahrung als Pflegehelfer gleichwertig der 3 jährigen Ausbildung sei.

Meiner Meinung nach könnte man statt “learning by doing” auch “try and error” sagen und die Verantwortung und Weiterbildung der Ungelernten muss selbstverständlich von den schwindenden und überlastenden examinierten Fachkräften übernommen werden.

 

 

Dies ist die Kategorie, in welcher Angehörige zu Wort kommen

Quelle SZ:

Von Dietrich Mittler

Wenn einer die Krise kriegt: Ehemalige Mitarbeiter eines sozialtherapeutischen Heims sollen in 13 Fällen geistig behinderte Menschen misshandelt haben.

Hätte Stefan Lück geschwiegen, so wäre er jetzt vermutlich eine Führungskraft in der sozialtherapeutischen Einrichtung “Neuer Weg”, die im oberbayerischen Fischbachau und in Hausham geistig behinderte Menschen mit schweren Störungen betreut. Doch Lück wollte seinen Mund nicht halten.

Er erinnert sich noch gut an den Moment, als er seine Vorgesetzte mit den Worten konfrontierte: “Die schlagen die Leut’.” Von diesem Augenblick an geriet das Leben des 28-jährigen Sozialpädagogen Stefan Lück aus den Fugen. Doch nicht nur seines: Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt mittlerweile gegen den ehemaligen Heimleiter der sozialtherapeutischen Einrichtung und drei seiner Mitarbeiter wegen gemeinschaftlicher Misshandlung von behinderten Menschen in 13 Fällen. Drei der Beschuldigten sitzen derzeit noch in Untersuchungshaft. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung haben zwei von ihnen Teilgeständnisse abgelegt.

Quelle tz:

Inkompetenz von Mitarbeitern scheint für manche Heimträger immer noch besser zu sein als Betten leer stehen zu lassen. Es geht halt dabei um viel Geld.”

Vor rund zwei Jahren sorgte der 62-Jährige mit seiner Forderung für Wirbel, dass Pflegeheime auch nachts unangemeldet kontrolliert werden sollten. Viele Lobbyisten hörten das nicht gern.

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